Bäderarchitektur, Sandstrände und der Rasende Roland

In den Seebädern Binz, Sellin, Baabe und Göhren pulsiert in der heißen Jahreszeit das Leben. Hier trifft man sich: zum Plausch in den Cafe’s an der Promenade, zum Baden am feinsandigen Ostseestrand oder zum Wandern in den Buchenwäldern der Granitz. Die Architektur ist hier einmalig: Häuser im Stil der Bäderarchitektur mit ihren verzierten Balkonen, Erker, Türmchen und Veranden. Das Ostseebad Binz im Südosten der Insel Rügen ist unter den Seebädern Rügens das größte und bekannteste. Als der Fürst zu Putbus seine Gäste 1826 zum Baden an den Binzer Strand kutschierte, wurde aus dem kleinen Ort ein bedeutendes Seebad. Die Einheimischen errichteten auf Weisung des Fürsten am Strand Umkleidehütten und Badestege für die zahlungskräftigen Gäste. 1884 wurde Binz offiziell Badeort. Wahrzeichen ist die 370 Meter lange Seebrücke. Der obere Teil der Margaretenstraße hat sich zur Kunstmeile entwickelt. Hier haben sich unter anderem Maler, Keramiker und Fotografen angesiedelt.

Die Halbinsel Mönchgut mit den sanften Hügeln und Wiesen ist für viele Inselurlauber der schönste Teil Rügens. Hier gibt es nicht nur Häuser im Bäderstil, sondern auch von prächtigen Gärten umgebene Bauernhäuser. In Baabe gibt es Rügens letzte muskelbetriebene Fähre.

Keine drei Minuten dauert die Überfahrt über die Baaber Bek. Auch Fahrräder werden übergesetzt. Seit mehr als 100 Jahren dampft der Rasende Roland mit 30 km/h durch den Südosten und verbindet Rügens Bäderorte mit Putbus. Die Strecke Putbus – Göhren ist der letzte Streckenabschnitt eines einst 100 Kilometer langen Netzes der Rügenschen Kleinbahnen über die Insel. Mit dem Bau der Kleinbahnlinie kamen auch die Badegäste nach Göhren und aus dem einstigen Bauern- und Fischerdorf wurde ein beliebtes Ostseebad. Seit 2007 darf sich das bedeutendste der Mönchguter Seebäder staatlich anerkannter Kneippkurort nennen. In einem Kneippgarten an der Ostsee gibt es ein Wassertretbecken und ein Armbad-Becken.

In Göhren ist auch der größte Findling der Ostseeküste zu finden, der 1800 Tonnen schwere Buskam. Heitere Stücke stehen fast täglich auf dem Spielplan der Göhrener Theaterspielstätte „Komödie Rügen“.